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Sonderkonzert

Fr 13. November 2015 | 20.00 Uhr | Peterskirche Heidelberg

Wolfgang Amadeus Mozart: Große Messe in c-moll, KV 427

Sopran: Irina Simmes
Alt: Hye-Sung Na
Tenor: Namwon Huh
Bass: James Homann

Chor des Theaters Heidelberg
Mitglieder des Bachchors Heidelberg
Philharmonisches Orchester Heidelberg
Musikalische Leitung: Elias Grandy


Neben dem Requiem gehört die c-Moll-Messe KV 427, die sogenannte »Große Messe«, zu den schönsten und geheimnisvollsten Werken Mozarts und der Kirchenmusik überhaupt. In einer Zeit der Verliebtheit mit Constanze Weber scheint Mozart das eheliche Gelübde in Form einer Messkomposition abgelegt zu haben. Dabei dachte er daran, die Geliebte gegen den massiven Widerstand ihrer Familie als Braut heimzuführen. Die Messe hat Mozart allerdings nicht fertiggestellt. Immerhin: Teile des Werkes wurden am 23. Oktober 1783 in St. Peter in Salzburg – mit Constanze als Sopransolistin – aufgeführt, wobei Mozart die fehlenden Sätze aus älteren eigenen Messkompositionen in C-Dur ergänzt hat.


Werkeinführung um 19.10 Uhr: Wir laden Sie herzlich ein, vor dem Konzert die Einführung von Bruno Dumbeck zu besuchen. Die Einführung findet von 19.10 - 19.30 Uhr auf der Empore der Peterskirche statt.


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Pressestimmen

Was es zu verteidigen gilt

Mozarts c-Moll-Messe unter Elias Grandy in der Peterskirche

"Es gibt Konzerte, die brennen sich in sonderbarer Weise in Gedächtnis. Die Aufführung von Mozarts c-Moll-Messe durch den Bachchor Heidelberg unter Elias Grandy war ein solches. Dies hing primär mit der außerordentlichen musikalischen Darbietung in der Peterskirche zusammen, etwa mit der pointierten Ausdrucksstärke des doppelchörigen, achtstimmigen „Qui tollis“, das in seiner erschütternden g-Moll-Kraft und rhythmischen Prägnanz ein Aufschrei war, der lange nachhalte. Mozart rüttelt hier mit seiner Musik an den Grundfesten des Weltgebäudes, als wolle er den Himmel aus einem Dauerschlaf wecken: „miserere nobis“ (erbarm‘ Dich unser)!
Wäre ein solcher Eindruck an sich schon bemerkenswert, so potenzierte er sich an diesem Abend durch die späten Nachrichten vom Terror in Paris. Er erinnerte an andere denkwürdige Aufführungen, etwa des „War Requiems“ in der Heiliggeistkirche, als die Nato 1999 den Kosovo bombardierte.
Musik hat eine seltsam bewegende Macht in solchen Momenten: Sie eint und tröstet, macht aber auch bewusst, was es zu verteidigen gilt. Wäre es da nicht ratsam, mehr Kriegsflüchtlingen an solchen kulturellen Zeichensetzungen teilhaben zu lassen! Es gäbe sicher Interesse auch aus ihren Reihen, und Integration heißt vor allem auch kulturelle Einbeziehung.
Mozarts große Messe war an diesem traurig endenden Abend ein Werk von besonders intensiver Nachwirkung. Diese wäre freilich in dem Maße unmöglich, wenn nicht die Einstudierung selbst schon so überaus gelungen gewesen wäre.
Grandy leitete eine Wiedergabe, die in ihrer Prägnanz monumental und in ihrer musikalischen Architektur klar umrissen war. Dabei hielt er alle Zügel fest im Griff: Sein Mozart ist kein waberndes Bauchgefühl, sondern intellektuell durchformt auf der Basis einer klanglichen Wortausdeutung: Musik wird Klangrede unter seinen Händen.
Der Bachchor, durchsetzt mit Vokalisten des Theaterchors, sang wortbetont und klanglich transparent im Forte. Der plötzliche Wechsel zum piano war substanziell, die Stimmen waren ausgeglichen und auch in der „Gloria“-Fuge jederzeit präsent. Der Chor demonstrierte ein beeindruckendes Potenzial.
Von den vier Gesangssolisten, allesamt Mitglieder des Heidelberger Opernensembles, stach Irina Simmes mit schlankem, auch in der Höhe fein ziselierendem Sopran hervor, die in der herrlichen „Et incarnatus“-Arie sensibel und atemberaubend schön im Wechsel mit den Holzbläsern (Oboe, Flöte, Fagott) musizierte. Ein Höhepunkt. Namwon Huhs Tenor nahm mit hellem Timbre, edler Tongebung und sauberer Artikulation für sich ein. Das Philharmonische Orchester zeigte sich bestens präpariert und erzeugte auch ohne übermäßiges Vibrato viel Klangvolumen.
Ein herausragender Konzertabend, der Elias Grandy außerordentliche Mozart-Kompetenz nach „Figaro“ erneut bestätigte."

Von Matthias Roth, Rhein-Neckar-Zeitung, 16. November 2015

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