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Jubiläumskonzert: 130 Jahre Bachchor Heidelberg

Mi 9. Dezember 2015 | 20.00 Uhr | Peterskirche Heidelberg

Claudio Monteverdi: Vespera Di Natale 1633 - Ein Pasticcio von Christian Kabitz

Sopran: Rinnat Moriah, Irina Simmes
Altus
: Christian Rohrbach
Tenöre
: Maximilian Argmann, Namwon Huh
Bass
: Zachary Wilson

Zinken: Frithjof Smith, Gebhard David
Laute
: Hubert Hoffmann

Bachchor Heidelberg
Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Heidelberg

Musikalische Leitung
: Christian Kabitz


130 Jahre Bachchor – zum Jubiläum hat Bachchorleiter Christian Kabitz aus einem ungehobenen Schatz an kirchenmusikalischen Werken Claudio Monteverdis ein Pasticcio geformt: die Rekonstruktion einer Weihnachtsmesse in San Marco mit dem Titel Vespera di natale 1633. Dabei wird neben Werken des Meisters selbst auch Musik seiner Zeitgenossen und direkten Vorläufer wie Agostini, Allegri, Costi und Strozzi erklingen, die Musik zum Weihnachtsfestkreis hinterlassen haben.


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Pressestimmen

Irdische Lust als Spiegel himmlischer Freude

Sonderkonzert "130 Jahre Bachchor Heidelberg" - Prachtvoll auch die Solisten

"Die Begeisterung war riesig, am Ende des Sonderkonzerts "130 Jahre Bachchor" in der Heidelberger Peterskirche. Kein Wunder, denn der Chor und alle Mitwirkenden präsentierten sich in bester Form, brachten selber eine mitreißende Begeisterung in die Aufführung von Monteverdis "Vespera di Natale 1633", die der Chorleiter Christian Kabitz in der Art eines Pasticcios einrichtete.

Es war die Konstruktion einer Weihnachtsmesse, wie sie in San Marco erklungen sein könnte. Dabei wurden einzelne Werke von Monteverdi und weiteren Zeitgenossen in den Ablauf kompiliert. Das Hörerlebnis bestach durch Homogenität der Einzelteile ebenso wie durch eine vortreffliche klangliche Authentizität, die vor allem durch das in Kammerbesetzung musizierende Philharmonische Orchester Heidelberg und seine Verstärkung durch Instrumental-Spezialisten hineinkam.

Überaus farbenreich blühte der Klang mit Blockflöten und Zinken, Theorbe und Laute: Elastisch schwingend und geschmeidig in den Verzierungen. Herrliche Farben ließen aufhorchen, dunkel verschattete Sonorität von Gambe und Kontrabass in manchem Concerto, begeisterten die Zinken mit inniger Gesanglichkeit. Sehr reizvoll war gleichfalls das Concerto der beiden Orgeln (Carsten Klomp und Christian Kabitz), die im Echo-Dialog konzertierten.

Tänzerischen Schwung brachte Kabitz am Pult reichhaltig hinein: Nicht nur in die Concerti und Ritornelle, sondern ebenso in die Psalmvertonungen und Motetten. Begeisternd war der vitale Hedonismus, der hier sowohl textlich wie klanglich vorgezeichnet ist. Ein sinnliches Fest war diese Aufführung, es erklang die irdische Lust als Spiegel himmlischer Freude.

Klangvoll wogend sang der Bachchor, brachte tänzerisch jubelnden Elan und Freude in den Psalm "Beatus vir". Die große Lebendigkeit erfolgte nicht zuletzt durch die flexibel gestalteten Tempi, die Kabitz wählte, mit Beschleunigungen und Tempowechsel bereicherte. Oder auch durch die Raumklangwirkungen wie Doppelchörigkeit, Echo-Effekte und Klangwechsel von Soli, Duette, vokale Concerti bis zur großen chorischen Vielstimmigkeit.

Da hörte man locker ausschweifende, ornamentreiche Sologesänge und Duette, elastisch und in koloraturgewandter Virtuosität. An Farbigkeit und flammend geformter Intensität ließen die Solisten nichts zu wünschen übrig. Der wunderschön leuchtende Koloratursopran von Irina Simmes war ebenso herausragend wie der mit geschmeidiger Virtuosität und Leichtigkeit singende Altus Christian Rohrbach. Rinnat Moriah (Sopran), die Tenöre Maximilian Argmann und Namwon Huh sowie Zachary Wilson (Bariton) komplettierten das treffliche Ensemble. Dabei ließen sie Sehnsüchte, irdisch sinnliches Liebesflehen wie in Madrigalen anklingen.

Warm getönt und wie auf Wolken schwebend, sang der Bachchor, brachte die himmlische Pracht ebenso zum Tönen wie die Freude. Prächtig aufgewölbte Leuchtkraft in den vielstimmigen Chorpartien hörte man neben virtuoser Kontrapunktik und ruhig flutender Homophonie."

Von Rainer Köhl, Rhein-Neckar-Zeitung, 11. Dezember 2015

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