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3. Bachchor-Konzert 15/16

So 20. März 2016 | 19.00 Uhr | Peterskirche Heidelberg

Johann Sebastian Bach: Matthäuspassion BWV 244

Sopran: Julia Sophie Wagner
Alt: Kristina Busch
Tenor: Anders J. Dahlin
Tenor: Namwon Huh
Bass: Elias Wolf
Bass: Michael Adair

Bachchor Heidelberg
Philharmonisches Orchester Heidelberg
Musikalische Leitung: Christian Kabitz


Karfreitag 1727, Thomaskirche zu Leipzig: zum ersten Mal erklingt Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion. Und sie übersteigt in ihrer Dimension alles, was im kirchenmusikalischen Bereich seinerzeit üblich ist. Mit ihren Rezitativen, Arien und Chorälen ist die Matthäus-Passion das umfangreichste Werk Bachs hinsichtlich der Aufführungsdauer – und das aufwendigste, was die Besetzung angeht. Der dem 26. und 27. Kapitel des Matthäusevangeliums entnommene Bibeltext schildert die Geschichte von der Gefangennahme, Verurteilung, Kreuzigung und Grablegung Christi. Er wird ergänzt durch Choräle und Texte des Leipziger Poeten Christian Friedrich Henrici, genannt Picander, der von 1700-1764 lebte.


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Pressestimmen

Die Leiden Jesu als opulentes Tongemälde

Heidelberger Bachchor und Philharmonisches Orchester führten die Matthäuspassion in der Peterskirche auf — Leitung: Christian Kabitz

"Fastenzeit ist Verzichtszeit, zumindest aus traditionell liturgischer Perspektive. Das Motto "7 Wochen ohne" lässt sich schwerlich auf die Musk in der Passionszeit beziehen, jedenfalls nicht Bachs Mattäuspassion, die der Bachchor zusammen mit dem Philharmonischen Orchester Heidelberg unter der Leitung von Christian Kabitz aufführte. Stattlich ist nicht nur ihre Aufführungsdauer, sondern auch die Doppelanlage für zwei Chöre, zwei Orchester und sechs Solisten: ein opulentes sakrales Tongemälde.
Mit beeindruckender klanglicher Kompaktheit und enormer Ausdrucksstärke zogen die meisterhaft gesetzten Choralzeilen in reinen Tönen durch den Innenraum der Kirche. Die Chöre servierten dynamisch differenziert ausgestaltete Phrasen, die mit weitschweifigen und gefühlvollen Kantilenen nahezu fließend ineinander übergingen. Besonders manche Forte-Stellen erschienen umso imposanter, ging ihnen doch ein empfindsames Piano voraus.
Die Tempi wirkten insgesamt agil und wenig schwerfällig. Schade nur, dass ausgerechnet der berühmte Klagechoral "Oh Haupt voll Blut und Wunden" nicht nur getragen, sondern derart schleppend vorgetragen wurde, dass jeglicher musikalische Fluss verloren ging, nicht zuletzt bedingt durch die sekundenlangen Pausen zwischen den Phrasen.
Die Orchester stellten sowohl den Chören als auch den Solisten ein solides instrumentales Fundament zur Verfügung, wenngleich die recht hohe Lautstärke der Begleitung in den vokalen Solopartien hier und da zu dominant war. Insbesondere die Bassinstrumente traten hier auf Kosten einer ausgewogenen Klanglichkeit stellenweise zu sehr in den Vordergrund. Im Tutti hingegen tafelten sie ihre Stärken auf und sorgten für einen voluminös-sakralen Gesamtklang, der in Verbindung mit den Chören und Solisten nahezu beispielhaft imponierte.
Äußerst versiert wirkten die Tenöre Namwon Huh und Anders Dahlin. Letzterer fasste seine rezitativisch schlicht vorgetragene Partie des Evangelisten keineswegs nur aus der Warte des objektiven Erzählers auf, sondern brachte eine beachtliche Emotionalität zum Ausdruck. Die Altistin Kristine Busch bestach mit schönem Legato-Gesang und präzisen Staccato-Abschnitten.
Auch Julia Sophie Wagner (Sopran) wusste mit einer detaillierten Dynamik zu faszinieren. Begleitet von sanften Querflöten schwebte ihre zarte Stimme zeitweise engelsgleich im weiten Raum der Heidelberger Peterskirche. Elias Wolf (Jesusworte), dessen Gesang von der Kanzel hinter dem Orchester streckenweise zu gedämpft klang, und Michael Adair (Bass) demonstrierten fließende Tonübergänge mit weichen und verständlichen Textdeklamationen."

Von Christian Bartle, Rhein-Neckar-Zeitung, 22. März 2016

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