[GLOBAL] ##headerdata seite.headerData.10 = TEXT seite.headerData.10.value(

1. Bachchor-Konzert 15/16

Sa 10. Oktober 2015 | 19.00 Uhr | Peterskirche Heidelberg

Felix Mendelssohn Bartholdy: Paulus Op. 36 (MWV A14)

Sopran: Anna Nesyba
Alt: Mirjam Winkel
Tenor: Johannes Strauß
Bass: Georg Gädker

Bachchor Heidelberg
Philharmonisches Orchester Heidelberg
Musikalische Leitung: Christian Kabitz


„Ein lautes Beifallklatschen, Bravorufen und Tuschblasen“ erfolgte bereits nach dem Chor „Mache dich auf, werde Licht“, – so berichtet es Mendelssohns Schwester Fanny. Und nach dem Schluss der Aufführung „empfing der laute Jubel einen neuen Aufschwung, als von schönen Händen die Partitur des Paulus auf dem Direktionspulte mit einem Lorbeerkranz umwunden und die verdiente Krone dem Meister in seinem Werke dargebracht wurde“, schreibt die Düsseldorfer Zeitung vom 26. Mai 1836.

Die Uraufführung von Mendelssohns „Paulus“ beim Rheinischen Musikfest in Düsseldorf war ein Ereignis von historischem Rang. 536 Sänger und Musiker hatten ein Werk aus der Taufe gehoben, das zu einem Meilenstein in der geistlichen Musik des 19. Jahrhunderts werden sollte. Der junge Mendelssohn hatte sich an den Oratorien Bachs und Händels geschult, aber diese Vorbilder weit hinter sich gelassen. Seine meisterliche Beherrschung der Instrumentation, verbunden mit der Gabe, mitreißende Chorpartien zu schreiben, machten ihn mit einem Schlag zum Wegbereiter für alle Oratorienkomponisten der Romantik

Nach der überaus erfolgreichen Premiere trat das Werk einen beispiellosen Siegeszug durch die westliche Musikwelt an. Noch im selben Jahr folgten zahlreiche Aufführungen in ganz Deutschland und England, und bereits 1837 in den Vereinigten Staaten. Schnell wurde das Oratorium zu einem der populärsten Kirchenmusikwerke des 19. Jahrhunderts. Robert Schumann bezeichnete es als „Juwel der Gegenwart“ und selbst Richard Wagner äußerte sich begeistert über Mendelssohns Musik.


Werkeinführung um 18.10 Uhr: Wir laden Sie herzlich ein, vor dem Konzert die Einführung von Bruno Dumbeck zu besuchen. Die Einführung findet von 18.10 - 18.30 Uhr auf der Empore der Peterskirche statt.

 

 


 Die Veranstaltung auf Facebook

Pressestimmen

Von Saulus zu Paulus mit reichlich Dramatik

Heidelberger Bachchor mit Mendelssohn-Oratorium in der Peterskirche – Herausragende Solisten

"Dramatische Wendepunkte sind es, die Christenverfolger Saulus auf seinem Weg zum Völkerapostel Paulus durchläuft: Für die geradezu theatralische Präsenz, die über solchen Szenen von Mendelssohns Paulus-Oratorium liegt, war Christian Kabitz genau der richtige Mann am Punkt des Heidelberger Bachchores.
Als wahrer Dramatiker wusste er das Volumen des in bester Spiellaune musizierenden Philharmonischen Orchesters in Gänze auszuschöpfen, mit ganz in die Breite ausgedehntem Dirigat majestätische Klangwogen weit schweifen zu lassen und jedem Einsatz mehr Gewicht geben. Ob tiefes Blech, das sich hervorragend auf die keineswegs leichten akustischen Gegebenheiten der Peterskirche einstellte, oder die sich mit großer Intensität emporarbeitenden Streicherlinien: Alle vermochten sämtliches Potential aus den Noten auszuschöpfen.
Solch feierliche Hochstimmung führte der Bachchor weiter, der gerade zu Beginn einen äußerst lebendigen Klang realisierte, bei dem das Verhältnis der einzelnen Stimmen wunderbar ausbalanciert war und eine ausgefeilte Tonsprache geschmeidige Melodielinien formte. Für den Inhalt war allerdings das Textheft vonnöten.
Über außergewöhnliche Textverständlichkeit gepaart mit zauberhafter Leuchtkraft verfügte hingegen Sopranistin Anna Nesyba, von deren klar artikulierten Worten sich besonders die Männer im Chor schnell anstecken ließen. Ganz ohne störendes Vibrato vermochte Nesyba selbst spitze Höhen kultiviert und ungezwungen auszufüllen.
Nicht weniger gut besetzt waren die Tenorpartien mit Johannes Strauss, dessen dezent anrührende Tönung bei behutsam formulierten Worten schnell die Zuhörerschaft einnahm. Genau wie der Chor konnte auch Strauss von den großen Emotionen gepackt werden, bevor zwischen leuchtenden Klarinettensoli und zarten Streicherweisen wieder der Sopran brillierte, der an diesem Abend sicher am meisten verzauberte.
Über ein aufbrausendes Temperament verfügte auch Georg Gädker (Bass), der stimmlich jedoch angeschlagen wirkte. Der von Mendelssohn eher sparsam eingesetzte Alt war durch Mirjam Gauri Winkel mit einer ausgesprochen klaren Stimme besetzt, die – vornehm bescheiden im Ausdruck – dennoch viel Herzenswärme in die Textausdeutung zu legen wusste."

Von Simon Scherer, Rhein-Neckar-Zeitung, 13. Oktober 2015

>> Kritik als PDF