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2. Bachchor-Konzert 14/15

Im Rahmen des Festivals »Winter in Schwetzingen«

Sa 13. Dezember 2014 | 19.00 Uhr | Peterskirche Heidelberg

Niccolò Jommelli: Veni Creator Spiritus (Pfingstkantate)
Antonio Vivaldi: Longe mala, umbrae, terrores RV 629 (Motette)
Carl Philipp Emanuel Bach: Magnificat D-Dur WQ 215

Sopran: Rinnat Moriah
Countertenor: Antonio Giovannini
Tenor: Francisco Fernández-Rueda
Bass: Zachary Wilson

Bachchor Heidelberg
Philharmonisches Orchester Heidelberg
Musikalische Leitung: Felice Venanzoni (Foto: Lucia Ronchetti)

Zwei Geburtstagskinder ehrt das diesjährige Festival »Winter in Schwetzingen« mit Carl Philipp Emanuel Bach und Niccolò Jommelli, die 2014 300 Jahre alt geworden wären. Das strahlende Magnificat D-Dur WQ 215 des »empfindsamen« C. P. E. Bach und kleinere Kompositionen Niccolò Jommellis bezeugen die ungebrochene Lebendigkeit ihrer Werke.


Wissenswertes über das Jubiläumsjahr "300 Jahre C.P.E. Bach" finden Sie auf dieser Webseite des Leipziger Bach-Archivs: http://www.cpebach.de/


Werkeinführung um 18.10 Uhr: Wir laden Sie herzlich ein, vor dem Konzert die Einführung von Bruno Dumbeck zu besuchen. Die Einführung findet von 18.10 - 18.30 Uhr auf der Empore der Peterskirche statt.


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Pressestimmen

Barockes Kaleidoskop

Heidelberger Bachchor sang in der Peterskirche

"Im würdevollen Ambiente der Peterskirche in Heidelberg wurde auf musikalische Weise der 300. Geburtstag von Niccolo Jommelli und Carl Philipp Emanuel Bach zelebriert. Dabei fanden sich mit dem Bachchor und dem Philharmonischen Orchester Heidelberg zwei Institutionen der Heidelberger Musiklandschaft zusammen, die für das barocke Programm die passende Einheit bilden konnten. Unter der Leitung von Felice Venanzoni, der am Dirigentenpult den musikalischen Gestus auf sympathische Weise vorlebte, wurden die Werke der Jubilare mit Vivaldi ergänzt.
Mit dem ersten Akkord nahmen die Musiker den sakralen Raum ein und hüllten diesen in eine vorweihnachtliche Atmosphäre. Bei Jommellis Kantate "Veni Creator Spiritus" konnte Sopranistin Rinnat Moriah mit brillanten Höhen und melismatischen Phrasen auf ganzer Linie überzeugen.
Einen schönen gesanglichen Klangfarbenkontrast zu Jommellis Werk bildete die Motette "Longe mala umbrae terrores" von Vivaldi: Hier nutzte Countertenor Antonio Giovanni die Möglichkeit, seinen bemerkenswerten Stimmumfang prachtvoll in Szene zu setzen. Das Orchester adaptierte die virtuosen Läufe Vivaldis und schmückte diese mit dramatischen Akzenten sowie spielerischen Verzierungen musikalisch aus.
Den Höhepunkt des Konzertabends bildete allerdings Bachs neunteiliges "Magnificat". Das Werk gehört zu den klangprächtigsten und anspruchsvollsten Vertonungen des Lobgesangs der Maria aus dem Lukas-Evangelium. Der Bachchor konnte hierbei seinen kräftigen und ausgewogenen Stimmsatz in den Fokus stellen. Besonders in den Kanons wurden die weichen Einsätze sowie die dissonante und chromatische Verläufe deutlich ausgesungen.
Francisco Fernandez-Rueda überzeugte als Solotenor durch eine klare Stimme und den feinen dynamischen Aufbau der Phrasen. Er konnte den musikalischen Gestus des Orchesters hervorragend adaptieren und weiterführen. Den tiefen Gesangspart übernahm der Bariton Zachary Wilson. Er konnte sich in Stil, Artikulation und sängerischer Einfühlsamkeit mit dem Orchester bestens verbinden.
Chor und Orchester bildeten einen perfekt intonierenden Klangkörper. Der voluminöse Orchesterklang wirkte transparent und höchst präsent. Alle Mitwirkenden konnten das Publikum schnell für sich gewinnen."

Von Vanessa Stojanovic, Rhein-Neckar-Zeitung, 15. Dezember 2014

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Pressestimmen

Jubel von Jubilaren

"Dass das musikhistorische Gewicht von Bach-Sohn Carl Philipp Emanuel immens ist, war ja immer klar. Nun aber drängen aus seinem Riesen-Oeuvre auch noch ein paar veritable Meisterwerke in den Vordergrund, vor allem das "Magnificat" von 1749. Das beweist auch, weitgehend, ein von Felice Venanzoni dirigiertes Chorkonzert in Heidelberg. Dieses "Magnificat" ist einerseits eine Art Mustersammlung, ein auf Notenlinien festgehaltenes Bewerbungsschreiben für das Amt des Thomaskantors, das der Sohn vom alten Bach vermutlich gerne übernommen hätte. Aber gleichzeitig kennt es auch schon die Kantabilität von Mozart.

Leuchtende Soprane
Beidem bleibt der Heidelberger Bachchor in der Peterskirche nicht viel schuldig. Er und Carl Philipp Emanuel verbeugen sich gleich in der Eingangsnummer vor dem Übervater - und am Ende wieder, mit von leuchtenden Sopranen überwölbten, garantiert nie einstürzenden Fugenbauten. Sie sind für die Ewigkeit gemacht. Während die Tagesform der vier Gesangssolisten schwankt: Francisco Fernández-Rueda, der Tenor, hat kein sehr schönes Timbre. Bariton Zachary Wilson wirkt beweglich, aber auch ein bisschen schmalbrüstig. Ein Counter übernimmt die Alt-Partie: Antonio Giovannini allerdings verschluckt so manche Textsilbe.
Eine Motette von Vivaldi zeigt in ihren Vokalisen, dass dem Sänger reiner Wohlklang ohne eine Botschaft besser liegt. Doch Giovanninis Falsettieren klingt immer nach Anstrengung und Arbeit, funktioniert nicht mühelos wie bei Stars der Counter-Szene. Dafür fügt sich der Sopran Rinnat Moriahs ziemlich glänzend ein, nicht nur beim Bach-Sohn, sondern auch bei Niccolò Jommelli (der im selben Jahr geboren wurde, also 1714). In "Veni Creator Spiritus" wird klar, wo dieser Geist logiert, der heilig ist und endlich kommen soll: in großer Höhe. Für Moriah stellt das kein Problem dar. (HGF)

© Mannheimer Morgen, 18. Dezember 2014

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