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4. Bachchor-Konzert

9. Juni 2013, 19 Uhr, Peterskirche Heidelberg

Richard Wagner
»Karfreitagszauber« aus dem Bühnenweihfestspiel Parsifal

Anton Bruckner
Messe Nr. 3 f-moll WAB 28
»Große Messe« für vier Solostimmen, Chor, Orchester und Orgel


Sopran Hye-Sung Na

Tenor Namwon Huh

Bass James Homann

Musikalische Leitung Yordan Kamdzhalov

Bachchor Heidelberg
Philharmonisches Orchester Heidelberg


 „Diese Messe ist unsingbar“ sagte der Dirigent, als die geplante Uraufführung platzte. Dass Bruckners große Messe in F-Moll sehr wohl singbar ist, beweist der Siegeszug, den sie seit ihrer Premiere 1872 (vom Komponisten selbst dirigiert) angetreten hat. „Sie ist wohl das Größte, das ich geschaffen habe“ sagte er selbst über sein Werk. Und tatsächlich stehen wir sprachlos vor dieser gewaltigen Vertonung des Mess-Ordinariums, vergleichbar nur Bachs Hoher Messe und Beethovens Missa solemnis.

Anton Bruckner war schon zu Lebzeiten ein Mysterium: der unsichere, allen Zuflüsterungen offene Komponist, der von immer größer werdenden Selbstzweifeln geplagte Sonderling, der ständig neue Fassungen seiner Symphonien und Messen anfertigte, der Schullehrer Bruckner, der mit seinem Schicksal haderte, weil er lieber Pfarrer geworden wäre – und das zu einem Zeitpunkt, als seine Symphonien schon in ganz Europa gespielt wurden.

 Bei Bruckner stehen wir vor einem Rätsel – Mensch, Leben, Arbeit haben so gar nichts gemein mit dem Mirakel, das seine Symphonien für uns sind. Dass das Universum einer F-Moll-Messe von diesem unsicheren, lebensuntüchtigen Manne stammen soll – das ist und bleibt uns ein Wunder. 

Pressestimmen

"In ihrer gedrängten Komplexität ist Bruckners f-Moll-Messe eines der anspruchsvollsten Kirchenmusikwerke überhaupt. Besonders für den Chor, denn dieser hat hier (neben dem Orchester) am meisten zu tun. Der Heidelberger Bachchor unter der Leitung von Kamdzhalov zeigte sich gut vorbereitet und sängerisch hoch motiviert. Kamdzhalov straffte die Zügel und forderte den Chor gestenreich heraus. Mit zügigen Tempi durchschritt er "Kyrie", "Gloria" und "Credo" und gewann der Partitur in "Sanctus", "Benedictus" und im abschließenden "Agnus Dei" große Farbigkeit im Detail und starke Raumwirkungen ab. Hier wölbte sich die Bruckner-Architektur zur eindrucksvollen Kathedrale, in der Besinnung und mit dem Vertrauen auf die unerschöpflichen klanglichen Möglichkeiten der menschlichen Stimme.

Als größte dirigentische Herausforderung stellte sich insgesamt die dynamische Ausgeglichenheit zwischen Chor, großem Orchester und Solisten heraus. Da wären zwischen Pianissimo und Fortissimo sicher noch feinere Abstufungen denkbar gewesen. Kamdzhalov aber setzte auf kantige Kontraste und oft schroffe Lautstärkewechsel. Besonders im Leiseren gelangen ihm bemerkenswert innige Momente. Der Chor war allerdings bei Forte-Stellen kaum mehr differenziert wahrzunehmen. Da geriet das Orchester zu stark und in der dynamischen Spitze zu diffus.

Chor und Solisten sangen durchweg auf langen Vokalen, was einen warmen, harmonisch dichten und wohlklingenden Tuttisound erzeugte. Die Textverständlichkeit allerdings litt beträchtlich darunter, was bei einem Werk, dessen Wort-Ton-Verbindungen so eng und komprimiert sind, bedauerlich ist. Man musste also den Text komplett mitlesen.

Die Solisten treten in dieser Messe häufig, aber nie sehr lange auf. Ihre Einwürfe sind - wie die der Soloinstrumente im Orchester (Violine, Bratsche oder Holzbläser) eher Farben des Gesamtklangs als wirkliche Einzelereignisse, und nur ein kurzes Tenorsolo ("Et incarnatus est") nimmt überhaupt ariosen Charakter an. Manwon Huh sang mit schlanker, leicht und gut intonierender Stimme bei schönem lyrischen Timbre. Aus der "Entführung" und aus "Dionysos" ist er den Heidelbergern bekannt und kann als enormer Zugewinn des Opern-Ensembles gelten.

Hye-Sung Na (Sopran), Anna Peshes (Alt) und James Homann (Bass) komplettierten das Solistenquartett sicher und klangvoll. Die kurzen Duette zwischen Sopran und Alt sowie Sopran und Bass bildeten kleine Inseln lyrischer Seligkeit, sind in diesem Werk aber sehr flüchtig. Das Philharmonische Orchester trat sehr wuchtig auf. Vor allem Blech, Bässe und Pauken übertönten ungebremst manche Delikatesse der Vokalisten, der Holzbläser oder Streicher.

Der "Karfreitagszauber" aus Wagners "Parsifal", der das gut besuchte Konzert eröffnete, war da in Vielem klanglich ausgeglichener und subtiler gestaltet: Der hallige Kirchenraum trat hier als zusätzlicher Solist auf, was der Musik überaus gut bekam.

Lang anhaltender Beifall am Ende für alle Beteiligten, besonders aber für den Chor und den Dirigenten Yordan Kamdzhalov."

Von Matthias Roth, Rhein-Neckar-Zeitung, 11. Juni 2013

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