[GLOBAL] ##headerdata seite.headerData.10 = TEXT seite.headerData.10.value(

3. Bachchor-Konzert 2011/12

Sa 31.03.2012 | 18.00 Uhr | Peterskirche Heidelberg  

 

Johann Sebastian BachPeterskirche Heidelberg: Matthäus-Passion  BWV 244  

Sopran Regula Mühlemann
Alt Marion Eckstein
Tenor (Evang.) Thomas Volle
Tenor (Arien) Maximilian Argmann
Bass (Jesus) Simon Tischler
Bass (Arien) Georg Gädker

Dirigent Christian Kabitz
Bachchor Heidelberg
Philharmonisches Orchester Heidelberg 

 

Johann Sebastian Bachs ergreifende und prachtvolle Vertonung der Leidensgeschichte Christi nach dem Evangelium des Matthäus zählt mit ihren jeweils zwei Chören und Instrumentalgruppen zu den aufwendigsten Werken der Kirchenmusik seiner Zeit. Insbesondere die beiden voneinander getrennten Vokalensembles setzt Bach gezielt an den dramatischen Höhepunkten der Handlung ein und erreicht auf diese Weise faszinierende Stereoklang-Effekte.
Mit kompositorischer Meisterschaft und dramaturgischem Geschick hat der Thomaskantor die Stationen der Passionsgeschichte wie beispielsweise den Verrat durch Judas, das letzte Abendmahl oder die Kreuzigung in Klang gesetzt und schuf hiermit eine musikalisch-theologisch tiefgründige Ausdeutung der Leidensgeschichte Jesu. Mit affektgeladenen Rezitativen und Arien, kontemplativ-erhabenen Chorälen und aufwühlenden Turba-Chören überwältigt die Musik bis heute.

Nicht ohne Grund sind Aufführungen der Matthäus-Passion BWV 244 aus den Tagen vor Ostern nicht wegzudenken. Besonders traditionsreich sind die regelmäßigen Heidelberger Aufführungen, die bis ins Jahr 1894 zurückreichen: Bereits mehr als 50 Mal haben Bachchor und Philharmonisches Orchester das symbolträchtige Werk gemeinsam aufgeführt. Die musikalische Leitung des diesjährigen Konzertes liegt in den Händen von Christian Kabitz, der dem Bachchor seit mittlerweile 25 Jahren als Künstlerischer Leiter vorsteht.

 

Pressestimmen

Bei der exzellenten Aufführung durch den Heidelberger Bachchor und das Philharmonische Orchester wurden denn auch nicht nur die dramatischen Aspekte hervorgehoben, sondern auch das andachtsvolle Innehalten (zum Beispiel in den Chorälen).
Christian Kabitz hielt den Doppelchor und die zwei Instrumentalgruppen zu außergewöhnlichen Leistungen an, dirigierte mit klarem, fast metronomischem Schlag, begleitete auf dem Cembalo sämtliche Rezitative und hatte eine sichere Hand auch in der Auswahl der Vokalsolisten. Schon beim expressiven, feierlich vorgetragenen Eingangschor, der die Sinngipfel stark akzentuierte – hier sang der von Jan Schweiger gut einstudierte Kinderchor des Heidelberger Theaters den cantus firmus – machte sich die gründliche Probenarbeit bemerkbar, und das zu Beginn festgelegte Niveau hielt den ganzen Abend über an. Der Zuhörer fühlte sich hineingezogen in das aufwühlende Geschehen der Passionsgeschichte, und neben dem bemerkenswert homogen und äußerst sprachverständlich singenden Bachchor, der mit einer ungemein differenzierten Dynamik beeindruckte, ist auch das Philharmonische Orchester zu rühmen, das in seinem intensiven Spiel variationsreiche Klangfarben zauberte und nicht nur in den Auftritten der Soloinstrumente glänzte. Hier sind die Violinisten Thierry Stöckel und Valya Dervenska zu nennen, Flötist Konrad Metz, neben Matthias und Margaret Friederich (Oboen) auch Sandra Seibold und Christine Bender (Oboen), Roswitha Bruggaier (Gambe) und zwei Continuogruppen. Evangelist Thomas Volle setzte in seinen Rezitativen das helle Timbre seines kultivierten Tenors überzeugend ein und machte den Mitteilungsdrang des Erzählers mit spürbarer Erregung glaubhaft. Auch Maximilian Argmann imponierte durch respektable Leistung und meisterte die Koloraturen in seiner ersten Tenor-Arie hervorragend.Simon Tischler sang den Jesus mit sonorem Bass und angemessen feierlichem Gestus von der Kanzel herab, und mit ausgereiftem Volumen und kultivierter Diktion sorgte Georg Gädker für eindrückliche Akzente in seinen von großer Intensität geprägten Rezitativen und Arien.
Vorzüglich die zwei Sängerinnen: Regula Mühlemann ließ ihre junge Sopranstimme in dynamisch reicher Differenzierung und großer Innigkeit in der Arie „Blute nur...“ aufblühen und entfaltete zum feinen Flötenton von Konrad Metz schwelgerischen Melos in „Aus Liebe will mein Heiland sterben“.
Durch ihr reiches stimmliches Volumen und gute Artikulation erregte die Altistin Marion Eckstein Aufmerksamkeit. Engagement und Empathie mit dem biblischen Geschehen prägten ihre Auftritte. Zum Dahinschmelzen ihre „Erbarme“-Arie, empfindungsreich mit langem Atem und hingehauchtem Piano vorgetragen und dazu Thierry Stöckels seraphischer Geigenton. Beide Sängerinnen brillierten im Duett „So ist mein Jesus nun gefangen“, gefolgt vom erregten Stimmenorkan des Chors „Sind Blitze, sind Donner“.

Rhein-Neckar-Zeitung, Heide Seele, 2.4.2012