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4. Bachchor-Konzert 2010/2011

Sonntag, 05.06.2010 20.00 Uhr Peterskirche Heidelberg

 

Joana Mallwitz

 Joseph Haydn

DIE SCHÖPFUNG

 


 Helen Rohrbach Sopran

Ada Fine Alt

Uwe Stickert Tenor

Stephan Imboden Bass

 



Dirigentin Joana Mallwitz

Heidelberger Bachchor

Philharmonisches Orchester Heidelberg

 

 

Und es ward Licht! Joseph Haydn erzählt in seinem Oratorium die Schöpfungsgeschichte vom wüsten Chaos bis zum (noch) glücklichen ersten Menschenpaar Adam und Eva. Tonmalerisch schäumen die Wellen der Urmeere, wachsen grasgrüne Pflanzen.

Schließlich tauchen die ersten Lebewesen auf, und Haydn lässt nicht ohne Humor Löwen auf dem Kontrafagott brüllen, Mücken in den Streichern schwirren und Würmer in der Bass-Stimme kriechen.
Der Chor feiert die vielfältigen Kreationen gebührend.

 

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„Die Schöpfung“ fasziniert
Heidelberger Philharmoniker und Bachchor brillierten mit Haydn

Behutsam stiegen die Heidelberger Philharmoniker unter der Leitung von Joana Mallwitz in Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ ein. Unendlich gehalten klangen die ersten Takte, von einer zarten Intensität, die vorausdeuten sollte auf das, was kommen würde: das Chaos. In Haydns „Schöpfung“ beginnt nichts explosiv. Ein musikalischer Urknall war das nicht, sollte es auch gar nicht sein.

Auf seiner zweiten Englandreise lernte Haydn das Oratorium Händels kennen, ein recht spätes Erweckungserlebnis für den Mann, der Jahrzehnte lang am Hofe der Esterházys zwar glücklich, aber von der übrigen Musikwelt abgeschnitten gewirkt hatte. Ein vergleichbar monumentales Werk biblischen Inhalts wollte er nun auch schreiben. Johann Peter Salomon übertrug ihm die Vertonung eines englischen Librettos zur Genesis. „Die Schöpfung“ erfreute sich bald größter Beliebtheit. Bei der Aufführung in der Heidelberger Peterskirche wurde deutlich, warum. Kunstvoll offenbaren Rezitative die Schöpfungstaten Gottes, werden durch lyrische Kommentare oder Arien ergänzt und kulminieren in chorische Lobpreisungen, bis das ganze Feuerwerk musikalischer Einfälle in einem Duett Adams und Evas mündet und mit einer Chorfuge abschließt.

Interpretatorisch bewiesen die Philharmoniker und der Bachchor gleichermaßen Brillanz und stilistisches Gespür. Leicht intonierten sie die unerkennbaren Zauberflöten-Zitate und schmiegten sich elegant den Haydnschen Musikformeln an. Helen Rohrbach (Gabriel, Eva) beeindruckte als glasklarer Sopran. Mit klanglicher Fülle bestach auch Tenor Uwe Stickert (Uriel), dem wenige Passagen jedoch ein wenig schrill gerieten. Weich und warm, bisweilen mit ein wenig Luft in der Stimme, sang Stephan Imboden die Bass-Partien (Raphael, Adam).

Inspiriert, lebhaft, diszipliniert und elegant, so musizierten sich Orchester und Vokalensemble durch das Stück. Rohrbach gab der Arie Nr. 8 lyrische Farbe und ließ in Arie Nr. 15 das Zwitschern der soeben erschaffenen Vögel plastisch werden. Volle zwei Stunden währte die Aufführung und doch keinen Augenblick zu lang.

Rhein-Neckar-Zeitung, 9.6.11, Astrid Mader