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2. Bachchor-Konzert 2010/2011

Samstag, 05.02.2011 20.00 Uhr Peterskirche Heidelberg

 

Jan Schweiger

REQUIEM

 
Myriam Marbe

FRA ANGELICO – MARC CHAGALL – VORONET
Requiem für Mezzosopran, Chor & Ensemble

 

Wolfgang Amadeus Mozart

REQUIEM KV 626

 

Barbara Schedel Sopran
Barbara Werner Alt
Andreas Karasiak Tenor
Yorck Felix von Speer Bass

Opernchor und Extrachor des Theaters Heidelberg (Marbe)
Bachchor Heidelberg (Mozart)

Dirigent Jan Schweiger
Philharmonisches Orchester Heidelberg



Myriam Marbe war 1987 die erste Komponistin, die den HEIDELBERGER KÜNSTLERINNENPREIS gewann. 2011 wäre die Rumänin 80 Jahre alt geworden. Ihr lyrisch-kontemplatives Requiem FRA ANGELICO – MARC CHAGALL – VORONET trifft im 2. BACHCHOR-KONZERT auf Mozarts rätselumwobene letzte Komposition.

Der Bachchor singt unter der Leitung von Jan Schweiger gemeinsam mit dem Opernchor des Theaters.

 

PRESSESPIEGEL:


Kunsterfülltes Totengedenken
Bachchor-Konzert mit Marbé und Mozart in der Heidelberger Peterskirche – Leitung: Jan Schweiger

Zwei Requiem-Kompositionen aus zwei verschiedenen Jahrhunderten vereinte das jüngste Bachchor-Konzert in der Heidelberger Peterskirche, deren Gegenüberstellung höchst spannend geriet. Das eher kontemplativ ausgerichtete Requiem von Myriam Marbe traf auf Mozarts Totenmesse d-moll.

1990 fand das Werk der rumänischen Tonsetzerin seine Uraufführung in Heidelberg. „Fra Angelico – Marc Chagall – Voronet“: In seinem Titel vereint Marbes Requiem drei Vertreter religiöser Kunst aus drei Jahrhunderten, den toskanischen Mittelalter-Meister neben dem jüdisch-französischen Maler des 20. Jahrhunderts und schließlich die Reverenz an die moldawischen Kirchenklöster in Voronet.
Das sind drei Stile, welche die Kirchenkunst mit je eigenen Mitteln umsetzen. Dementsprechend verfährt die 1997 verstorbene Komponistin in ihrem Werk, wenn sie Stile und Sprachen aus unterschiedlichen Kulturräumen zu einem großen Totengedenken vereint. Teile aus dem lateinischen Requiemtext zäsuriert sie mit Versen in deutscher, rumänischer und jüdischer Sprache, die gleichfalls um Tod und Auferstehung kreisen. Objektivierendes und Subjektives, Persönliches treffen hier packend aufeinander.

Barbara WernerGregorik und Avantgarde-Klänge verarbeitet die Komponistin ebenso wie Adaptionen aus rumänischer Folklore. Aus dem chorischen Summen heraus bildeten sich zu Beginn meditative Harmonien, die in wehklagende Cluster übergehen. Flammende Klagerufe wie aus archaischen Urgründen imaginierten das „Dies irae“. Sparsam, aber expressiv eingesetzte Instrumente evozieren Klänge von dunkler Kraft und großer Eindringlichkeit.

Die ländlichen Szenerien Chagalls kamen einem in den Sinn zu Beginn des dritten Teils, als man meinte, fröhliche folkloristische Weihnachtsgesänge zu hören. Dunkel und Licht sind hier ebenso nahe beieinander wie Traditionelles nahtlos in Modernes übergeht. Beschwörende Gesänge und Klänge vereinten der Chor, die ruhig und eindringlich gestaltende Mezzosopranistin Barbara Werner sowie Mitglieder der Heidelberger Philharmoniker unter der konzentrierten Leitung von Jan Schweiger. Eine Musik, die tiefe Wirkung hinterließ. Der Leiter des Heidelberger Opernchors hat eben diesen Chor und Extrachor mit dem Bachchor zusammengebracht, und das garantierte beste Schlagkraft gerade für das Mozart-Requiem. Dass dessen „Lacrymosa“-Motiv zuvor in Marbes Werk zitiert wird, machte die Programmzusammenstellung umso zwingender.

Schweiger empfahl sich als Gestalter von hohen Graden. Kaum sonst hat man aus Mozarts Requiem so viel kraftvolle Wucht, packende Dynamik und tragische Größe vernommen wie nun. Trost und Abgrund, Licht und Dunkel ließ der Dirigent in harten Kontrasten aufeinanderprallen, brachte starken Vorwärtszug und soghafte Dramatik hinein. Dabei wurde flammend und mit aufwühlender Emotionalität gesungen und musiziert, hörte man visionäre Leuchtkraft neben tiefer Innigkeit.

Die weiteren Vokalsolisten waren Martina Nawrath (Sopran), Andreas Karasiak (Tenor) und Yorck Felix von Speer (Bass).

Rhein-Neckar-Zeitung, 7.2.11, Rainer Köhl