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3. Bachchor-Konzert 2009/2010

Sonntag, 28.03.2010, 18 Uhr, Peterskirche

 

Johann Sebastian Bach

 

Johann Sebastian Bach

 Matthäus-Passion (BWV 244)

 

Bettina Pahn, Sopran

Sonja Koppelhuber, Alt

Michael Nowak, Tenor

Uwe Schenker-Primus, Bass

Felix Rathgeber, Bass, Jesusworte

 
Cembalo und Leitung: Christian Kabitz
Bachchor Heidelberg
Philharmonisches Orchester Heidelberg

 

Johann Sebastian Bachs MATTHÄUSPASSION zählt zu den ergreifendsten Vertonungen der Leidensgeschichte Christi überhaupt. Kein Wunder, dass ihre regelmäßige Aufführung in Heidelberg schon seit 1894 Tradition ist. Über 50 Mal haben Bachchor und Philharmonisches Orchester das symbolträchtige Werk bereits gemeinsam aufgeführt.

Bach setzt zwei voneinander getrennte Chöre ein, die an den dramatischen Höhepunkten der Handlung zum Einsatz kommen und erzielt damit faszinierende Stereo-Effekte.

 

 

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Farbenreich gestaltetes Passionsgemälde

Ausladende Klanglichkeit, bewegende Darstellung:
Heidelberger Bachchor mit Bachs „Matthäuspassion“ in der Peterskirche


Ein machtvoller Beginn: wie in Stein gehauen ertönte der doppelchörige Eingangschor von Bachs „Matthäuspassion“ in der Aufführung des Heidelberger Bachchors in der Peterskirche. Dicht wogende, sehr klangreiche Polyphonie der Stimmen, worin auch der Kinderchor des Heidelberger Theaters seinen Choral kräftig strahlen ließ. Solch ausladende Klanglichkeit bestimmte nur die Rahmenteile dieser machtvollen Passion. In den Binnenteilen gelang dem Leiter der Aufführung, Christian Kabitz eine reich bewegte Darstellung, klangvoll beredt ausgemalt und mit bestem Blick für die Details. Ein sehr lebendig und farbenreich gestaltetes Passionsgemälde entwarf Kabitz mit dem überlegen disponierten Chor.
Das klang alles eher irdisch-handfest als überirdisch weltentrückt. Nichtsdestoweniger packend von Anfang bis Ende. „Kreuz und Krone“ sind – nach Bachs eigenen Angaben – die beiden zentralen Motive dieser Passion und dies ließ diese Aufführung immer deutlich werden. Leid und Herrlichkeit gehören hier untrennbar zusammen, drum hat Bach keineswegs eine asketische Musik geschrieben, sondern Chöre und Arien, welche das Leiderfüllte ebenso eindringlich zur Darstellung bringen wie die herrlichen, prachtvollen Aspekte.
Große Schlagkraft brachte der Bachchor in die Aufführung, gestaltete die Turbae sehr dynamisch, wurde mit rasanten Beschleunigungen starke Sogwirkung aufgebaut. Wie ein himmlisches Strafgericht erklang der Chor „Sind Blitze, sind Donner in Wolken verschwunden?“, kraftvoll flammend wie eine Naturgewalt. Dabei setzte Kabitz auf zügige Tempi und zog hinein in ein packend durchzeichnetes Passionsgeschehen von starker emotionaler und klanglicher Kraft.

Bettina PahnDer gewaltige Aufruhr, die aufgepeitschte Emotionalität des Volkes wurde äußerst packend umgesetzt, wohingegen die Choräle überaus differenziert aufgebaut wurden: bald in kraftvoller Zuversicht, als flammendes Glaubensbekenntnis gesungen, dann wieder schmiegsam weich und innig. Aber auch die Rezitative und Arien wurden immer ganz nahe am Text interpretiert, zogen diese tief hinein in das bewegt dargestellte Passionsgeschehen. Große Dramatik und reiche klangliche Valeurs brachte Michael Nowak in die Evangelistenpartie, sang stilvoll, mit schlankem, kernigem Timbre die Tenorarien. Edles Timbre ließ Renée Morloc in ihren Alt-Arien strömen, glühend expressiv und ruhevoll zugleich in „Erbarme dich“, in herrlichen Farbenstrom eingebettet und von einem innigen Violinsolo (Thierry Stöckel) begleitet. Stilvoll, beweglich und schlackenlos, dabei sehr angenehm timbriert, sang Bettina Pahn die Sopranarien. Schmiegsam-elegisch und wohlgetönt gestaltete der Bassist Felix Rathgeber die Jesusworte, ließ unvergleichlich sanft und hingebungsvoll schönstes vokales Balsam strömen. Nicht minder klangvoll und mit profundem, flammend prägnantem Organ und hochexpressiv sang Uwe Schenker-Primus die Bass-Arien. All dies war von allen Solisten leidenschaftlich gesungen, ohne opernhaft zu wirken. Große Sonorität und reichen Ausdruck brachte das Philharmonische Orchester der Stadt in die Aufführung, schönste arienbegleitende Soli hörte man zudem von den Flöten und Oboen.

RHEIN-NECKAR-ZEITUNG, 31.3.2010, Rainer Köhl

Kartenverkauf im Internet:
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