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1. Bachchor-Konzert 2009/2010

Sonntag, 11.10.2009 20.00 Uhr Peterskirche Heidelberg

Jan Schweiger

 

Johann Sebastian Bach

HERKULES AUF DEM SCHEIDEWEGE BWV 213
„Lasst uns sorgen, lasst uns wachen“

 DER ZUFRIEDENGESTELLTE ÄOLUS BWV 205
„Zerreißet, zersprenget“

 

Tina Scherer Sopran
Marion Eckstein Alt
Wolfgang Klose Tenor
Han-Sung Yoo Bass

Dirigent Jan Schweiger
Bachchor Heidelberg

Philharmonisches Orchester Heidelberg

 

Zum Beginn der Jubiläumsspielzeit begeben wir uns auf eine Entdeckungsreise: Selten zu hören sind Bachs weltliche Kantaten, doch vieles kommt einem dann doch bekannt vor, denn Bach bediente sich immer wieder bei seinen eigenen Kompositionen.

So sind uns viele Arien aus HERKULES AUF DEM SCHEIDEWEGE aus dem WEIHNACHTSORATORIUM vertraut. In dieser Kantate aber geht es um die Freiheit, die leider auch die Pflicht zur Entscheidung mit sich bringt: Herkules muss sich zwischen Tugend und Wollust entscheiden und fragt: „Wo ist die rechte Bahn?“

PRESSESPIEGEL:

In Tuchfühlung mit Tugend und Versuchung

Erstes Bachchor-Konzert der Saison in der Heidelberger Peterskirche

Die Leitung hatte Theater-Chordirektor Jan Schweiger

Opern hat Bach keine geschrieben. Aber seine weltlichen Kantaten waren eine Art Oper für den frommen Musicus. Zwei davon standen nun auf dem Programm des Heidelberger Bachchors in der Peterskirche. Herkules auf dem Scheidewege“ hieß die erste dieser Kantaten. Die meisten Nummern daraus hat Bach später in seinem „Weihnachtsoratorium“ wiederverwertet, mit neuem Text freilich.

Tina Scherer)Zwischen Tugend und Wollust versucht Herkules, der Göttersohn, seinen Weg zu finden: dabei singen ihm beide als Allegorien ins Gewissen. „Schlafe, mein Liebster“, singt die Wollust (Tina Scherer) dem Helden ins Ohr: die Arie kennt man aus dem „Weihnachtsoratorium“. Hier aber ist sie für Sopran, und die Verse werden dann doch expliziter: „Schmecke die Lust/ Der lüsternen Brust“.

Die Tugend entgegnet mit einem virtuosen-„Auf meinen Flügeln sollst du schweben“, einer Arie, welcher der Tenor Wolfgang Klose mit angenehm gefärbtem Organ und rundem Kern, wunderbar geläufig und unangestrengt abrollenden Koloraturenketten schwungvollen Drive gab. Auf die später als „Bereite dich Zion“ wohlbekannte Arienmelodie gibt Herkules seine Abwendung von der Wollust bekannt: „Ich will dich nicht hören“. Der Charakter der Arie ist hier ein anderer.

 

 

Marion Eckstein

 

 

 

Die Altistin Marion Eckstein in der Titelpartie ließ mit affektstarker, flammender Gestaltung deutlich werden, dass hier der Zorn regiert. Fast eine Rachearie ist, was später zum adventlichen Freudengesang werden soll. Ausgesprochen irdische Züge bekam auch das Duett, das später als „Herr, dein Mitleid“ weihnachtlichen Charakter bekommen sollte: „Ich bin deine/ Du bist meine/ Küsse mich/ Ich küsse dich“, jubeln sich Herkules und die Tugend am Ende in verschlungenen Repetitionen wie Turteltäubchen einander zu. Dies, bevor Merkur eine Parallele zu dem Widmungsträger, dem sächsischen Kurprinzen, sieht und mit dem Chor einen Huldgesang auf ihn anstimmt.

Der Bassist Han-Sung Yoo gab den Götterboten überaus kultiviert, mit prachtvollem Timbre. Der junge koreanische Sänger sang auch die Titelpartie in „Der zufriedengestellte Äolus“, eine musikalische Allegorie über den Herrn der Winde, der ein Fest verschonen soll. Blitzsauber und prägnant konturiert sang Yoo, lustvoll sturmbereit, später hedonistisch in dem nur von Trompeten, Hörnern, Pauken und Continuo begleiteten „Zurücke, geflügelten Winde“. Überaus wandlungsreich zeigte sich die Altistin Marion Eckstein (Pomona), bald hingebungsvoll, bald leidenschaftlich. Sie entwickelte einen wunderbar warm timbrierten, klangvollen Gesang, von schönen Flötensoli begleitet. Tina Scherer (Pallas) ließ eine angenehm leuchtende Sopranstimme hören.

Der Heidelberger Bachchor sang die Rahmenchöre dieser Kantaten überaushörenswert: entspannt schwingend, farbenreich leuchtend bis klangstark und virtuos jubelnd. Jan Schweiger, der Leiter des Heidelberger Theaterchors, animierte den Chor und die Heidelberger Philharmoniker zu einer vortrefflichen Leistung.

Zuvor gab es drei Sinfonias von Bach: die erste, in hochgestimmtem orchestralen Jubel war ein ausgewachsenes Violinkonzert, dessen Solopart Konzertmeister Thierry Stöckel mit lodernder Lust musizierte. Ein Oboenkonzert war die zweite, welche Sandra Seibold schmiegsam eloquent und eingebungsvoll gestaltete.

Rainer Köhl, RNZ, 13.10.2009

 

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