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1. Bachchor-Konzert 2008/2009

Sonntag, 28.09.08 20.00- ca. 21.45 Uhr Peterskirche Heidelberg

 

Bhawani Moennsad

Felix Mendelssohn-Bartholdy

 
Elias op. 70

Oratorium für Soli, Chor und Orchester

Helen Rohrbach Sopran
Friederike Sartor Sopran II
Bhawani Moennsad Alt
Ada Fine Alt II
Martin Platz  Tenor
Yorck Felix Speer  Bass
ein Würzburger Domsingknabe  Sopran

 

Dirigent Christian Kabitz
Bachchor Heidelberg
Philharmonisches Orchester Heidelberg 

 

 

"Stark, eifrig, auch böse, zornig und finster" - so stellte sich Mendelssohn seinen alttestamentarischen Propheten Elias vor, dem er sein zweites Oratorium widmete. Was er seinem Titelhelden mitgab, das erwarteten die Zeitgenossen von dem Komponisten selbst und seiner persönlichen, gleichermaßen bescheidenen wie hochdramatischen Tonsprache: ein Neuerer der geistlichen Tonkunst zu sein und das elende "Tönegetändel" der namenlosen Zeitgenossen abzustellen.

Mendelssohn erfüllte die Erwartungen: mit dem "Elias" schuf er das romantische Vorzeigeexemplar seiner Gattung.

 

PRESSESPIEGEL:

 

Die Passion des Propheten
Heidelberger Bachchor sang Mendelssohns Oratorium „Elias“

 

Dramatisches Weltengetümmel und himmlische Ruhe, das waren die beiden Pole, aus denen die Aufführung von Mendelssohn Bartholdys Oratorium „Elias“ in der Heidelberger Peterskirche ihre starke Wirkung erhielt. Beim 1. Bachchor-Konzert der neuen Saison geriet das beliebte Werk unter der Leitung von Christian Kabitz musikalisch überaus packend und klanglich absolut hochkarätig.

Die gestalterische Tiefe und Religiosität, die aus dieser Aufführung tönte, ließ die Parallelen zu einer Passion deutlich werden, was ebenso die Kontraste zwischen dramatisch erhitzter Gangart und verklärter Ruhe bewirkte. Schlagkräftige Wucht aktivierte Christian Kabitz mit der hervorragend disponierten Gemeinschaft aus Heidelberger Bachchor und Philharmonischem Orchester der Stadt.

Klangvoll wogende, erregte Dramatik, straff und prägnant vorangetriebene Kontrapunktik brachte der Bachchor in schönste Wechsel mit wunderschön leuchtender, choralhafter Hymnik. Reich gestufte Farbigkeit entlockte Kabitz seinem Chor. Grandiose Höhepunkte setzte der Chor, vereinte große klangliche Fülle, von samtigem Gloriolenschimmer überkrönt. Wie aus einem Guss klang die chorisch-orchestrale Vereinigung, beeindruckte auch das Orchester mit schönster Inspiration und satt aufgeschäumter Klangfülle. Das war eine Wiedergabe, der es an dramatischer Wirkung zu keiner Zeit fehlte und die dennoch nie im hohen Monumentalstil ihr Heil suchte.

Bruchlos wechselten hier die Gefühle, Stimmungen, Leidenschaften, ließ man aufgewölbte Emphase und sanfte Innenblicke sehr organisch auseinander hervorwachsen. Weite Bögen ließ der Dirigent ausschwingen, vom ruhevoll Schwebenden bis zum Hochschwappenden wie aus einem Guss geformt. Eine Aufführung in der sich romantische Inbrunst und Innigkeit schlüssig begegneten und worin auch für visionäre Momente reichlich Platz war.

Exzellente Gesangssolisten hatte Kabitz verpflichtet, junge Stimmen, die entscheidend mit dazu beitrugen, dass aus diesem „Elias“ ein wahres Klangfest wurde. Reiche Nuancen an Farben und Ausdruck brachte die junge Sopranistin Helen Rohrbach in ihre Partie, ließ im Piano einen wunderbar leuchtenden Kern hören und beglückte  im Forte mit schönster dramatischer Strahlkraft. Eine Sängerin mit glänzender Perspektive.

Warm leuchtend, schlank und ausdrucksvoll gestaltete Bhawani Moennsad die Altpartie. Neben der Sopranistin sorgte der junge Tenor Martin Platz für die stärksten Momente der Aufführung. Ein außergewöhnlich schön klingendes Organ ließ er hören, wunderbar blühend, farbenreich schmiegsam. Lyrische Geschmeidigkeit in der Ariengestaltung vereinte er dabei mit großer Emotionalität.

Yorck Felix Speer sang die Partie des Elias mit würzigem, glühend vibrierendem Bass, zwischen geheimnisvollen Pianissimi und feurigen Visionen eine reiche Bandbreite an klanglichen Gestaltungsmöglichkeiten aufbietend. Wie ein Fels in der Brandung formte er die Partie, sehr geradlinig, leider aber auch mit kaum spürbarer Emotion. Stimmliche Aussetzer gegen Ende störten dagegen weniger.

Rainer Köhl, RNZ 30.09.2008

 

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